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Oberhausener Geschichte von Magnus Dellwig

Oberhausen - Die Stadt

 

Als das Chicago des Ruhrgebiets und darüber hinaus ganz Deutschlands

wurde Oberhausen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts betrachtet.

Schriftsteller Levin Schücking schrieb, als er 1847 kurz nach Eröffnung

der Köln-Mindener Bahnlinie durch den Bahnhof Oberhausen fuhr, "mit

amerikanischer Geschwindigkeit" werde hier eine Stadt entstehen. Das war

damals tatsächlich noch Zukunftsmusik. Zwar legte die Eröffnung des

Bahnhofs in der Lirich-Lipperner Heide die Grundlage, doch zur

Gemeindegründung sollte es noch bis 1862 dauern. Da lebten auf dem

Gebiet der Bürgermeisterei, dem heutigen Kern Alt-Oberhausens zwar

bereits über 5.000 Menschen, doch es mangelte am Nötigsten. Das lag

sicher auch daran, dass Oberhausen - anders als alle heute noch

existierenden Ruhrgebietsstädte - nicht um einen vorindustriellen

Dorfkern entstand, sondern tatsächlich "amerikanisch", voraussetzungslos

in einer öden Heide von noch 1820 gerade einmal rund 20 Kötter- und

Bauerngehöften. Deshalb gilt Oberhausen in der Stadtgeschichte als die

"verspätete Stadt" (Heinz Reif), aber zugleich auch als die

"idealtypische Industriestadt" (Magnus Dellwig) sogar unter den vielen

übrigen Industriestädten im Revier.

 

Oberhausen musste gegenüber seinen meist größeren Nachbarstädten an

städtischer Lebensqualität aufholen, um im brutalen Städtewettbewerb des

Ruhrgebietes zu überleben. Denn seit etwa 1900 wurden Eingemeindugen zum

Aktionsfeld der Kommunen. Im 20. Jahrhundert fanden zwei große kommunale

Neuordnungen im Ruhrgbeiet statt. wie Oberhausen daran partizipierte,

legt offen, welche Rolle die Stadt im Ruhrge biet einnahm - und

einnimmt. 1929 erfolgte die Zusammenlegung der kreisfreien Städte

Oberhausen (108.000 Einwohner), Sterkrade (51.000 Einwohner) und

Osterfeld (33.000 Einwohner). Nicht um eine pulsierende City, lautete

die Begründung, sondern um die Werke der Gutehoffnungshütte, im

Wesentlichen in der Mitte der drei Städte gelegen, fand die Gründung des

heutigen Oberhausens statt. - Oberhausen hatte es geschafft, war nicht

zum Stadtteil größerer Nachbarn geworden. Doch zugleich wurde die

tiefere Grundlage dafür gelegt, dass die Stadt ihren

Entwicklungsrückstand gegenüber den größeren, urbaneren, wohlhabenderen

oder gar bürgerlicheren Nachbarn nicht aufholen konnte. Dazu trug bei,

dass Oberhausen bei der zweiten großen Neuordnung im Jahr 1975

unberücksichtigt blieb. Weder Landesregierung noch Stadtspitze

verfolgten damals mit der Stadt eine Vision, die ihr eine neue Rolle im

Ruhrgebiet hätte zuweisen sollen - so wie dies 1929 mit der Bildung der

"GHH-Stadt" noch der Fall war.

 

 

Oberhausen - Der Wandel

 

Als Oberhausens Stadtgründer gelten die Eisenbahn und die

Montanindustrie. Mit der Antony-Hütte von 1758 steht die "Wiege der

Ruhrindustrie" in Oberhausen-Osterfeld. 1832 enttand an der Essener

Straße mit dem Walzwerk Oberhausen der erste Großbetrieb im Ruhrgebiet.

3.000 Menschen arbeiteten in jenem Unternehmen, der Hüttengewerkschaft

und Handlung Jacoby, Haniel und Huyssen, abgekürzt JHH. Seit 1873 in

Actienverein Gutehoffnungshütte, GHH, umbenannt, entstand der erste

dreistufig gegliederte Konzern der Montanindistrie an der Ruhr: Zwischen

und Kokereien lieferten Brennstoff für die Eisenhütten und Stahlwerke in

Oberhausen, deren Produkte wiederum in die Weiterverarbeitung nach

Sterkrade geliefert wurden, wo unter anderem weltberühmte Brücken

enttanden, die in die ganzte Welt beliefert wurden. Während der

Inflation von 1919 bis 1923 nutzte der Vorstandsvorsitzende Paul Reusch

volle Kassen und eine starke Verhandlungsposition gegenüber

Metallvererbeitern zum Aufbau des modernen Konzerns, zu dem seit 1921

auch die MAN, die Maschinenwerke Augsburg-Nürnberg hinzu kamen. 1983

allerdings beschloss die Hauptversdammlung dann jedoch die Umbenennung

von GHH in MAN und die Verlegung der Konzerntentrale nach München. - Was

war geschehen?

 

Die einst beherrschende Schwerindustrie im Konzern - 1958 bei Ausbruch

der Kohlekrise stammten 10 %, stammte jede Zehnte in Deutschland

produzierte Tonne eisen und Stahl aus Oberhausen - befand sich in einer

rasanten Schrumpfung. Zuerst verdrängte das Öl die Kohle, dann seit etwa

1967 verdrängten Stahlproduzenten aus Schwellenländern und neue

Werkstoffe aus Kunststoff die Stahlkonzerne von der Ruhr von ihren

Spitzenplätzen in der deutschen Wirtschaft. Auch die Konzentration -

1970 kaufte Thyssen die Hüttenwerke Oberhausen AG, die HOAG als die

GHH-Tochter in der Eisen- und Stahlerzeugung auf. Fortan fand der Abbau

von Arbeitsplätzen in Oberhasuen noch schneller statt als in Duisburg,

Dortmund oder Bochum, wo die Konterne Thyssen, Krupp und Hoesch noch

ihren Zentralen hatten.

 

Mitte der 1980er Jahre erreichte die Arbeitslosenquote in Oberhausen mit

18 % ihren Höhepunkt. In dieser trostloisen Situation suchte die Stadt

nach neuen Wegen. Wenngleich der erste Anlauf 1986/87 noch scheiterte,

ein Shopping-Center mit Magnetwirkung für eine weite Region anzusiedeln.

Gelang von 1992 bis 1996 der Bau des Centro. Deutschlands erstes "Urban

Entertainment Center" verbindet Erlebniseinkauf, Gastronomie und

Freizeitgestaltung mit einem Kranz umgebender Gewerbeparks. 2007 sind

dort mit etwa 8.000 Beschäftigten deutlich mehr Menschen tätig als im

Centro mit seinen rund 4.500.

 

Der umfassende Erfolg des Centro, seine Strahlkraft für Oberhausen, der

Wandel des Stadt-Images von der "grauen Maus im Ruhrgebiet" hin zur

"Tourismus- und Einkaufs-Hauptstadt im Ruhrgebiet" wären undenkbar

gewesen ohne Weitasicht und Tatkraft. Britische Investoren betätigten

sich als Profis und Geldgeber für eine große Freizeit-Investition. Die

Stadt Oberhausen verstand es, eine erfolgreiche Gratwanderung zu

bestehen. Investorenfreundlichkeit als neuer Ruf des neuen Oberhasuen

wurde vereint mit einer ganzheitlichen Vision von einem neuen Stadtteil,

der perspektivisch zu einem neuen Zentrum in der Stadt wachsen sollte:

zur Neuen Mitte Oberhausen. So bildet die Neue Mitte Oberhausen  heute

nicht nur das pulsierende ökonomische Herz der stadt zu Beginn des 21.

Jahrhundert. Die Neue Mitte ist zugleich in eine innovative

Arbeitsteilung mit der "alten" City eingetreten. Hier Shopping und

Freizeit von einer Qualität, die Oberhausen eine führende Stellung in

der Metropolregion Ruhr einbringen; dort öffentliche Dienstleistungen

und ein lebendiges Zentrum mit Lebensqualität im Alltag für 100.000

Alt-Oberhausenerinnen und -Oberhausener sowie weitere rund 50.000

Menschen, die aus dem Norden der Stadt und aus ihrer Nachbarschaft

regelmäßig die City aufsuchen.

 

Der Centro-Ansiedlung wurde seit dessen Eröffnung 1996 oft die Schuld

daran gegeben, dass die Oberhausener City an Bedeutung und

wirtschaftlicher Kraft einbüßte. Richtig ist jedoch, dass diese City

schon mit der Entscheidung des preußischen Landtags von 1929, Oberhausen

nur nach Norden, nicht aber kreisförmig um eben jene City wachsen zu

lassen, Oberhasuen beim Wettrennen um das urbane Ruhrgebiet der Zukunft

einen Klotz ans Bein banden. Der wurde unüberwindlich schwer, als die

Stadt zuerst durch die Montankrise zu schrumpfen begann, und dann durch

die Krise des Einzelhandels in den Städten mittlerer Größe seit etwa

1970 gegenüber größeren Nachbarn, wie Essen und Düsseleorf an vorher

bereits begrenzter Attraktivität immer weiter verlor. - Die Entscheidung

der Oberhasuener Kommunalpolitik für das Centro, für das große

Stadtentwicklungskonzept der Neuen Mitte Oberhausen, erweist sich so zu

Beginn des 21. Jahrhundert einerseits als Beschleuniger eines oft

schmerzhaften Wandels unserer Innenstädte, andererseits jedoch als

dringend notwendiger Impulsgeber für eine moderne Dienstleistungsstadt

mit Lebensqualität, die im 21. Jahrhundert ebenso wie im 20. Jahrhundert

ihre Aufgabe in der Städtelandschaft des Ruhrgebietes wahrzunehmen weiß.

 

 

Oberhausen - Die SPD

 

Seit 1963, seit über 40 Jahren, wählen die Bürgerinnen und Bürger

Oberhausens die SPD mit absoluter Mehrheit zur stärksten, damit zur

allein bestimmenden politischen Kraft. Damit ist Oberhausen die einzige

nordrhein-westfälische Großstadt, in der die Sozialdemokratie immer noch

diese unangefochtene Stellung einnimmt. Eine wichtige Ursache für die

Behauptung der Mehrheit bei den Wahlen 1999 und 2004 bilden die großen

Erfolge beim Umbau der stadt seit den 1990er Jahren. Entscheidend ist

vor allem, dass mit dem Wandel der Wirtschaft sich ebenso das

Selbstbewusstsein der Onerhausenerinnen  und Oberhausener eindrucksvoll

weiter entwickelt hat. Rat der Stadt und Stadtverwaltung - geleitet von

den sozialdemokratischen Oberbürgermeistern Burkhard Drescher (1997 -

2004) und Klaus Wehling (seit 2004) haben den Umbau der stadt dynamisch

gestaltet, ohne dabei zu vergessen, dass eine Politik, die die Menschen

auf der Reise in die Zukunft in ihrem Emotionen und Bedürfnissen, in

ihrer Orientierung nicht mitnimmt, scheitern muss. So gelingt es der

Oberhausener Sozialdemokratie immer aufs Neue, die "solidarische

Stadtgesellschaft Oberhausen" (Klaus Wehling) zu gemeinsamem Tun

aufzufordern.

 

Dass dieser Erfolg der Oberhausener SPD - aus der Zeit des

Wirtschaftswunders mit Kohle und Stahl hin zur Zeit des Strukturwandels

- keineswegs eine Selbstverstäündlichkeit darstellt, verdeutlichen schon

die Ursprünge der Oberhasuener Parteinlandschaft seit der Weimarer

Republik, als Oberhausen als Hochburg des katholischen Zentrums galt.

 

Dass die Wahlerfolge der Oberhausener SPD der Partei damit keineswegs in

den Schoß gefallen sind, kann sowohl den Bürgerinnen und Bürgern der

Stadt als auch den engagierten Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten

vor Ort die Zuversicht geben, dass sich in dr SPD Oberhausen und ihren

Menschen große Fähigkeiten zur Gestaltung der Zukunft mit dem Herzen am

rechten Fleck vereinen. Eine bessere Gewähr dafür, dass der SPD

Oberhausen in der Zukunft wie bisher schon weitere große Erfolge beim

Umbau Oberhausens, bei der Gestaltung der solidarischen

Stadtgesellschaft Oberhausen trotz Globalisierung und Marktdenken

gelingen werden, wird es kaum geben können.

Anregungen und Hinweise zum Internetauftritt

Falls Sie Anregungen, Hinweise oder Fragen zum Internetauftritt haben, wenden Sie sich gerne an mich über Email an: maximilian.janetzkigmail.LOESCHEN.com. Ich freue mich auf Ihr Feedback!

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